Es begann vor rund drei Monaten mit einem interessanten Software-Projekt, für das ein neu gebildetes Team aus insgesamt neun Mitarbeitern zusammengestellt worden war. Nach einiger Zeit der Eingewöhnung und der typischen Kennenlernphase traten bereits die ersten offenen Konflikte zwischen dem „bunt zusammengewürfelten Haufen“ auf. Genau genommen betraf es zwei Teammitglieder, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten und Meinungen aneinander gerieten. Daraus resultierte eine mangelhafte Kommunikation und Performance im Team. Es gab Stimmen, die meinten, dass sich das Team so nie zusammen finden würde. Zumal die Projektdauer für ein bis zwei Jahre geplant war.

Die Phasen der Teamentwicklung nach Bruce Tuckman

Doch gehören Konflikte nicht zum Berufsalltag, insbesondere bei neu entstandenen Teams? Auch mir gingen diese Gedanken durch den Kopf. Glücklicherweise befand ich mich nicht direkt im Projekt, sondern in der Beobachterposition. Dabei kam mir das Modell von Bruce Tuckman mit den vier Phasen der Teamentwicklung in den Sinn:

  • Phase 1: Forming (Test- und Kennenlernphase)
  • Phase 2: Storming (Machtkampf)
  • Phase 3: Norming (Findungs- und Organisierungsphase)
  • Phase 4: Performing (Kooperation)

Hierbei handelt es sich lediglich um eine grobe Darstellung des Modells von Tuckmann. Das oben geschilderte Team befand sich demnach in Phase 2. 

Handlungsmöglichkeiten für den Projektleiter in Phase 2

Entscheidend ist, zu verstehen, dass die beobachtete Teamsituation nicht ungewöhnlich ist und der Projektleiter die Teamentwicklung in jeder Phasen aktiv gestalten und positiv beeinflussen kann.

In der soeben beschriebenen Situation ist es beispielsweise notwendig, dass der Projektleiter gelassen bleibt und Konflikte als Möglichkeit zur Leistungssteigerung des Teams begreift. Er sollte Konflikte nicht unterdrücken, sondern den entsprechenden Raum zur Konfliktlösung bieten. Gegebenenfalls bietet es sich an, regelmäßige Feedback-Gespräche, im Bedarfsfall auch mit Einzelpersonen, durchzuführen. Hinterfragt werden kann darüber hinaus die aktuelle Aufgabenverteilung und ob sich das Team noch auf die festgelegten Ziele fokussiert.

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Ihre Erfahrungen?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Konflikten und der Teamentwicklung? Wie haben Sie das Team bei der Konfliktlösung unterstützt?

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen, gerne als Kommentar unter diesem Artikel.

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