Wenn ich als Freelancer ein neues Projekt suche, dann möchte ich selbstverständlich ein möglichst attraktives Folgeprojekt finden. Das neue Projekt sollte beispielsweise interessante Technologien und Aufgaben mit sich bringen oder vielleicht auch regional günstig liegen. Die meisten Freelancern haben eine gute Vorstellung davon, wie das eigene Traumprojekt aussieht.

Hat man als Freelancer dann tatsächlich eine interessante Projektanfrage erhalten, sendet man schnell sein Profil an die angegebene Kontaktadresse. Nun beginnt das Warten: hoffentlich meldet sich der Kunde, wäre doch toll, wenn man das Projekt gewinnen könnte…

Oft bleibt es beim Wunsch

Doch die Ernüchterung folgt: viele Freelancer müssen regelmäßig auch weniger attraktive Projekte annehmen. Man bewirbt sich zwar auf viele Projekte, aber dann wird doch ein anderer Bewerber bevorzugt. Oft wird man nicht einmal zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Bleibt also tatsächlich nur die Hoffnung auf etwas Glück in der „Vermittlerlotterie“?

Es wäre doch gut, wenn ich als Freelancer nicht unzählige Bewerbungen versenden müsste, nur um dann doch ein wenig interessantes Folgeprojekt zu finden. Mein Ziel als Freelancer ist doch, mit wenigen Bewerbungen zum Vorstellungsgespräch bei attraktiven Projekten eingeladen zu werden. Daraus ergibt sich als wesentliche Frage, wie ich meine Chance auf ein Vorstellungsgespräch bei einem spannenden Projekt erhöhen kann.

Mehrfach im Wettbewerb

Um diese Frage zu beantworten, ist es hilfreich, sich zu überlegen, was eigentlich mit der Bewerbung eines Freelancers passiert, nachdem er diese abgeschickt hat. Warum werden einige Freelancer häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen als andere? Nun sitze ich als „Partnervermittler“ für Java-Projekte auch auf der „anderen Seite“ und möchte einmal den typischen Weg einer Bewerbung skizzieren.

Viele Unternehmen lagern aus unterschiedlichen Gründen die Suche nach Freelancern aus und arbeiten mit Agenturen zusammen. Also sendet der Freelancer seine Bewerbung gar nicht an den Endkunden direkt, sondern seine Bewerbung landet bei einem Dienstleister. Dort ist seine Bewerbung in der Regel aber nur eine unter vielen. Denn auch andere Freelancer konkurrieren um dieses Projekt. Die eigene Bewerbung steht also sofort im Wettbewerb mit anderen Bewerbungen. Der Recruiter muss nun entscheiden, welche Bewerbungen am besten den Projektanforderungen genügen. Wenn man diese erste Hürde erfolgreich meistert, dann wird die eigene Bewerbung (in der Regel mit zwei oder drei weiteren) von der Agentur an den Kunden weiter gereicht.

Darüber hinaus erhält der Endkunde aber noch zusätzliche Profile von zwei oder drei weiteren Agenturen. Dem Kunden liegt also wiederum eine größere Anzahl an Profilen vor. Die Geschichte wiederholt sich: die eigene Bewerbung steht wieder im Wettbewerb. Diesmal entscheidet der Kunde, welche Freelancer er zu Bewerbungsgesprächen einlädt.

Die Bewerbungsunterlagen sind mein einziger Fürsprecher

Vor der Einladung zum Interview wird die Bewerbung eines Freelancers mehrfach ausgewertet. Und einzig auf Basis der Bewerbungsunterlagen wird entschieden, ob eine Bewerbung eine Runde weiter kommt.

Meine Bewerbungsunterlagen müssen also – im wahrsten Sinne des Wortes – für mich werben. Alle an der Auswahl Beteiligten müssen einzig aus meinen Bewerbungsunterlagen erkennen können, dass ich der geeignete Kandidat bin, der die Aufgabenstellung lösen kann. Nur wenn meine Bewerbungsunterlagen an jeder Stelle im Auswahlprozess überzeugen können, erhalte ich schließlich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Diese Erkenntnis führt zum Gedanken, wie eine überzeugende Bewerbung aussehen muss. Was gehört in die Bewerbung? Wie stelle ich meinen Schwerpunkt und meine Expertise wirksam dar? Wie umfangreich müssen Projektbeschreibungen sein? Benötige ich ein Anschreiben? Eine allgemeingültige Antwort gibt es (glücklicherweise) nicht. Gerne verweise ich auf das sehr gute Buch IT-Freelancer. Ein Handbuch nicht nur für Einsteiger.

 

 

One Response to Von der Projektanfrage zum Traumprojekt

  1. FreeLancer sagt:

    Bei der Neukundengewinnung spielt oft der Preis die Hauptrolle. Für den Nachfrager lohnt sich ein Vergleich unterschiedlicher Dienstleister, da die Stundensätze nicht nur von der Dienstleistung und der gewünschten Qualifikation abhängen. Auch weichen die Stundensätze vergleichbarer Freiberufler um mehr als 50 Prozent voneinander ab, ohne dass diese sich wesentlich voneinander unterscheiden. So ist im Neukundengeschäft der Preis zunächst das entscheidende Kriterium. Erst nachdem langfristige Partnerschaften entstanden sind, sind Kunden oft bereit, ein höheres Budget für Projekte zu veranschlagen.

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